Nanook Of The North

Film

Veranstaltungsdaten


01.11.26 19:00

Veranstaltungsort


 Kino Orient
Landstrasse 2
5430 Wettingen

Weitere Informationen


Veranstaltung (Webseite)
 www.orientkino.ch/

Vorverkauf (Webseite)
 eventfrog.ch
Stummfilm, mit Musik live begleitet vom Sprachlos-Ensemble.

Robert Flaherty, USA 1922
Stummfilm mit Live-Musik – 78 Min. – Inserts – ab 12 J

Früh begann das Kino eine seiner Stärken auszuspielen: Es erfasste das Leben in grösstmöglicher Nähe. Mit «Nanook of the North» brachte Robert J. Flaherty 1922 die Welt der Eskimos nach New York. Verblüffend wirkt noch heute seine Inszenierung des Faktischen. In den ersten Jahrzehnten des Kinojahrhunderts konnte man noch nicht an alle Ecken der Welt hinjetten beziehungsweise hinzappen. Da half das junge Kino mit seinen Möglichkeiten, ein naturalistisches Bild von einem Ort an beliebig vielen anderen Orten vorzuführen.

Der Amerikaner Robert J. Flaherty hat die anfängliche Filmdimension des blossen Aufzeichnens erweitert. Auf der Suche nach Eisenerz hatte er die nördliche Hudsonbai sechs Jahre lang durchforstet, bevor er eine Kamera mitschleppte. Er spürte, dass sich die Wirklichkeit durch blosses Abbilden nicht ausreichend erfassen liess, dass unter der Oberfläche dessen, was sich zeigt, erst das Geheimnis des Lebens verborgen liegt.

Flaherty war ein früher Poet des Dokumentarfilms. Er begriff, dass man auch die Wirklichkeit inszenieren konnte, vor Ort und in der Montage. Flaherty griff einen Inuit heraus, den Nanook, und machte ihn zum Helden in seinem Drama des gewöhnlichen Alltags. Er stellte seine Kamera ins Wasser, wenn er zeigen wollte, wie die Eskimos das Walross an Land ziehen, er stand draussen im tosenden Schneesturm, er kraxelte mit den Schlittenhunden über die Eisschollen. Am unvergesslichsten sind heute noch die Szenen im Innern des Iglus in Erinnerung, wo Flahertys Kamera dabei ist, wenn Nanooks Familie sich bei Temperaturen unter Null auszieht und zwischen die Felle kriecht.

Wir zeigen den grossartigen Klassiker des Dokumentarfilms, der in jenem Jahr gedreht wurde, in dem das Kino Orient gebaut wurde, live mit Musik begleitet vom Sprachlos Ensemble Simon Quinn (Kontrabass), Nolan Quinn (Trompete), Brian Quinn (Schlagzeug) und Johannes Von Ballestrem (Piano).