Werkgespräch in der Beletage

Dies & Das

Veranstaltungsdaten


20.09.26 14:00 - 15:00

Veranstaltungsort


 Kunstraum Beletage
Im Atelierturm des Kiff
5000 Aarau

Veranstalter


 Beletage Aarau
Tellistrasse 118
5004 Aarau Telli

Weitere Informationen


Veranstaltung (Webseite)
 www.beletage-aarau.ch
Andrina Jörg spricht mit Sadhyo Niederberger und Mia Sanchez.

Die Künstlerin und Kunstvermittlerin Andrina Jörg im Gespräch mit den Künstlerinnen, anschliessend Finissage. Kleidung schützt nicht nur den Körper – sie erzählt Geschichten, stiftet Zugehörigkeit und macht Normen sichtbar. Sadhyo Niederberger und Mia Sanchez thematisieren Kleidung aus zwei unterschiedlichen Perspektiven und mit verschiedenen Medien. Vom 21. August bis 20. September 2026 treffen ihre Werke in der Beletage Aarau aufeinander und entfalten einen vielschichtigen Dialog. Beide Künstlerinnen beschäftigen sich in verschiedenen Werkgruppen seit Längerem mit Kleidung und nutzen dafür Kleider aus ihrem erweiterten sozialen Umfeld. Mia Sanchez setzt das Thema kontinuierlich in Siebdruck auf Leinwand um. Aus Fotografien einzelner Kleidungsstücke entstehen im Druckprozess Konstellationen, die Fragen nach den Kleidercodes und deren Bedeutung aufwerfen. Durch identische Rasterung der Bilder und den Schwarz-Weiss-Druck entstehen neutral erscheinende Musterkollektionen. In der Beletage zeigt Mia Sanchez die Werkserie Pattern Recognition (2025), die auf der vorherigen Serie Strategies (2023) aufbaut. Grossformatige Siebdrucke zeigen gleichzeitig grosse Umzugskleiderkartons und deren Inhalt. Sadhyo Niederberger entwickelt für die Beletage eine raumgreifende Bodeninstallation aus gebrauchten dunklen Kleidungsstücken. Blow Up II ist ein weit ausgreifendes Gewebe aus Kordeln und Wülsten, das sich über den Boden ausbreitet. Die ehemals getragenen Kleider verlieren ihre Funktion und werden zu einem skulpturalen Material, in dem sich individuelle Lebensgeschichten, Erinnerungen sowie Fragen nach Konsum und Materialkreisläufen verdichten. Beide Positionen kreisen trotz ihrer unterschiedlichen formalen Ansätze um dieselben grundlegenden Fragen: Wie entsteht Identität und welche gesellschaftlichen Strukturen werden über Kleidung sichtbar? Welche Geschichten schreiben sich in Dinge ein? Die Ausstellung ist zugleich ein Dialog zwischen zwei Generationen von Künstlerinnen und zeigt, wie unterschiedlich sich ähnliche Fragestellungen in zeitgenössischer Kunst artikulieren können.